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Nachkriegswohlfahrt
von Uli Makomaski
Die soziale Fürsorge scheint ziemlich schnell wieder funktioniert zu haben. Man entdeckte, ich glaube es war schon 1946, bei meiner Schwester und mir einen Hilusprozess - das ist der Beginn einer Lungentuberkulose. Daraufhin wurden wir zuerst ins Zentralkinderheim gebracht, wo uns ständig Blut von den Fingerkuppen abgenommen wurde, was schrecklich wehtat.
Dann wurden wir in ein Erholungsheim nach Bad Hall verschickt. Dieses Heim habe ich als die Hölle auf Erden in Erinnerung. Die dort tätigen "Schwestern" müssen vorher als KZ-Aufseherinnen tätig gewesen sein. Von meiner Mutter war ich harsche Töne und hin und wieder auch Schläge gewohnt, doch das wurde von diesen Frauen weit überboten. Das Essen war noch ungenießbarer als bei uns in Wien.
Kinder, die diesen Fraß erbrochen hatten, wurden gezwungen, ihn noch einmal zu essen. Von dort kam ich als Bettnässerin zurück - ein Problem, mit dem ich bis zu meinem 11. Lebensjahr zu kämpfen hatte. Ein Glück, dass ich mit meiner Schwester verschickt worden war, denn nach unserer Rückkehr erkannte ich meine Mutter nicht mehr. Ohne meine Schwester wäre ich ihr nicht zugegangen.
Nachkriegswohlfahrt
Verfasst von Uli Makomaski
Auf MSG publiziert im April 2009
In: Fleckerlteppich der Erinnerungen
- Der Beitrag wurde folgenden Regionen und Zeiträumen zugewiesen:
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- Ort: Oberösterreich, Traunviertel, Bad Hall
- Zeit: 1946
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