Sie sind hier:
  1. Startseite >
  2. Schreiben > 6 Schreibaufrufe: Information zum Schreibaufruf „Who cares?“

Schreibaufruf vom Oktober 2015

Who cares? – Geschichten übers Sorgen, Pflegen und Betreuen gesucht!

Who cares? – Wer sorgt/kümmert sich in unserer Gesellschaft um wen? Wer braucht welche Hilfestellungen, um den Alltag bewältigen zu können. Und was geht das uns alle an? – So lauten einige Fragen, die wir in und mit diesem Projekt stellen.

Sparkling Science

Das Sorgen für Angehörige, Nachbar/innen und andere Menschen, die in irgendeiner Form Unterstützung benötigen, ist ein Tätigkeitsfeld, über das meist nicht viele Worte verloren werden. Und doch ist es der Rede wert und gesellschaftlich wichtig, welche Betreuungsleistungen tagtäglich – oft unbeachtet und unentgeltlich – erbracht werden: Hilfe im Haushalt, im Garten, beim Einkaufen usw.; oder Dienste, die im Krankheitsfall, nach Unfällen, bei der längerfristigen Pflege von chronisch kranken oder hochbetagten Menschen geleistet werden – durch verwandte, ehrenamtliche oder professionelle Helfer/innen.

Wir bitten Sie also um Erzählungen, die das Angewiesen-Sein auf und das Sich-Kümmern um andere Menschen zum Thema haben – in der Gegenwart oder auch in früheren Lebensabschnitten, im privaten Umfeld oder in der beruflichen Praxis.

Wie erleben (oder erlebten) Sorgende/Pflegende solche Situationen und wie geht es jenen Menschen „mit besonderen Bedürfnissen“, die umsorgt bzw. gepflegt werden? Gefragt sind Erfahrungsberichte aus möglichst vielen verschiedenen Blickwinkeln und Bevölkerungsgruppen: von Frauen und Männern, Älteren und Jüngeren, von Menschen mit unterschiedlicher Herkunft, Ausbildung, Lebensart …

In dem Forschungsprojekt „Who cares? Szenarien für eine zukunftsweisende Sorgekultur“ interessieren wir – Wissenschaftler/innen, Lehrer/innen und Schüler/innen – uns für aktuelle und vergangene Sorge-, Pflege- und Betreuungserfahrungen, um daraus praktische Hinweise und Perspektiven für eine gerechtere zukünftige Sorgekultur zu gewinnen. Wer sorgt in unserer Gesellschaft eigentlich wie und wo für wen? Welche Aufgaben, Tätigkeiten fallen an, wer übernimmt sie? Wofür ist Zeit notwendig, ohne dass es „Arbeit“ im engeren Sinn ist? Welche Erwartungen bringen Betreuer/innen und Betreute wechselseitig mit? Welche Formen von Anerkennung oder Entlohnung, von Gegenleistungen gibt es?

Daher möchten wir Sie einladen: Versetzen Sie sich in eine eigene oder miterlebte, gegenwärtige oder vergangene Lebenssituation, in der zwischenmenschliche Unterstützung nötig war, und versuchen Sie möglichst offen und ausführlich zu erzählen, was Sie erlebt haben.

Wie gestalten sich die persönlichen Beziehungen in Betreuungs- bzw. Pflegesituationen – zwischen anfangs Fremden, zwischen Angehörigen verschiedener Generationen? Gibt es womöglich ein Unterstützungsnetzwerk aus mehreren Beteiligten und wie gehen diese miteinander um? Welche Gefühle sind dabei im Spiel? Was macht eine Betreuungssituation befriedigend? Gibt es Momente der Freude, des Glücks? Was empfinden Sie als belastend und überfordernd? Welche zusätzliche Unterstützung kann bzw. könnte Ihren Alltag erleichtern?

Es würde uns sehr freuen, wenn Sie sich durch einige dieser Fragen angesprochen fühlen und Ihre Erfahrungen mit uns teilen!

Wie schreiben? – Tipps zur Textgestaltung

Je nachdem, wie viel Zeit Sie unserem Schreibaufruf widmen möchten: Konzentrieren Sie sich entweder auf eine besonders einschneidende Erfahrung, ein besonders bewegendes Erlebnis, oder erzählen Sie uns eine gesamte „Betreuungsgeschichte“. Wenn Sie Ihren persönlichen Umgang mit (eigener oder fremder) Hilfsbedürftigkeit über eine längere Lebenszeit hinweg festhalten möchten, so ist das natürlich auch möglich.

Haben Sie vielleicht schon einmal von sich aus entsprechende Erfahrungen und Erlebnisse (z. B. in einem Tagebuch) aufgeschrieben? Solche Notizen wären für unser Projekt ebenfalls von Interesse.

Der Umfang Ihres Beitrags bleibt ganz Ihnen überlassen. Im Allgemeinen gilt: Je offener und detaillierter Sie konkrete Lebensumstände beschreiben, desto aufschlussreicher wird Ihre Erzählung sein.

Im Projekt „Who cares? Szenarien einer zukunftsweisenden Sorgekultur“ kooperieren: Institut für Palliative Care und OrganisationsEthik, Institut für Wissenschaftskommunikation und Hochschulforschung (beide IFF Wien, Alpen-Adria-Universität Klagenfurt, Wien, Graz), Dokumentation lebensgeschichtlicher Aufzeichnungen, Institut für Wirtschafts- u. Sozialgeschichte (Universität Wien), Wiedner Gymnasium (Wien 4), Caritasschule für Sozialbetreuungsberufe (Wien 9) IG Pflegende Angehörige, Arbeiterkammer Wien.

Finanziert wird das Projekt im Rahmen des Forschungsprogramms „Sparkling Science“ des Bundesministeriums für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft.

Weitere Infos zum Projekt unter:
http://www.uni-klu.ac.at/pallorg/inhalt/2299.htm

Beitrag schreiben